Herzensliebe Eltern,
Herzensliebe Verwandte und Freunde,
Auch diesen Morgen schien die Sonne über unserer Insel. Das tat sie sogar so stark, dass wir praktisch keine andere Wahl hatten, als nach dem Frühstück erneut zum Strand aufzubrechen. Unter dem größtenteils klaren, wenn auch leicht bewölkten, Himmel ging es so erneut in Richtung Nordseewind. Aber neben den üblichen Strandaktivitäten wie Sonnen, Gesellschaftsspiele und Sport hatte der Besuch vor allem ein Highlight: Ein Sandburgenbauwettbewerb! Dieser traditionell wichtige und für das Lager unabdingbare Wettkampf brachte Sandburgen hervor, die ich auch als mittlerweile leider erwachsene Person (Werde ich alt?) nicht bauen könnte. Eine Burg war höher als die Nächste, und alle hatten eine unfassbar spaßige Zeit beim Bauen und Zuschauen der Sandburgen, von denen manche sicherlich schon als Sandpalast durchgehen würden. Dazu kam allerdings auch folgende Ansage: Alle gebauten Sandburgen werden später von einem Expertenkomitee im Sandburgenbau bewertet, wobei natürlich auch eine Belohnung nicht undenkbar wäre. Also gaben sich alle in den 45 Minuten des Wettkampfes extra Mühe. Die Auswertung würde allerdings erst später stattfinden.
Nach dem stundenlangen Braten in der Sonne gab es allerdings etwas Gebackenes. Ja, etwas, was unsere Sterneküche wahrlich besser und geschmacksvoller hinbekommen hat, als ein jeder Chefkoch im Heimatland dieses Gerichts; Käsespätzle. Ich verspreche euch, jeder Schwabe wäre aus Neid umgefallen, wenn der wüsste, wie gut unsere Spätzle schmecken. Von den Nudeln selbst bis hin zur Sauce, es war einfach wow. Und es soll gesagt sein, dass ich das als Feinschmecker nicht immer so sage. Was würde ich jetzt, wo ich das hier spät abends schreibe, für eine weitere Portion davon tun… Vielleicht liegen noch welche im Kühlschrank?
Jedenfalls waren auch die Kinder irgendwann satt und als Nachspeise gab es (neben Schokopudding) eine ordentliche Portion Ausruhen. Zumindest für die Kinder, die wollten. Denn, passend zu dem heutigen Markt direkt, und ich meine wirklich direkt, vor unserer Haustür hier in Büren, konnte man im Nachmittagsprogramm einfach mal die Beine baumeln lassen – Etwas, was viele Kinder (und ich) sehr geschätzt haben. Darunter viel auch verlängerter Ausgang hier im Dorf, was dazu führte, dass einige der Kinder mit bunten Souvenirs und Krimskrams und weiß der Geier was zurück ins Lager kamen und stolz ihr neues Eigentum präsentierten.
Während der verlängerten Mittagspause wurde auch das Abendprogramm für zumindest die Kleinen bekanntgegeben. Diese hatten nämlich eine Sternwanderung vor sich, in der sie mit ein paar Betreuern um 21:30 Uhr in die Richtung des Strands marschierten und sich auf einen Ausblick auf den Sternenhimmel freuten. Und während den Kindern die uralte Insellegende der verstorbenen Inselhexe erzählt wurde, erschreckten sich tatsächlich einige. Am Nachthimmel erschienen Sterne. Am Ende gab es dann noch Süßigkeiten in Form von Goldtalern, und zurück wurde die Gruppe dann mit dem Bulli des Lagers gebracht. Die großen Kinder hatten in der Zwischenzeit weiterhin relativ große Freiheit bei der Gestaltung des Abends, worunter auch Aktivitäten wie Sport, Spiele oder einfach gemütliche Sitzkreise fielen.
Relativ zügig ins Bett geschickt, weil es schon spät ist, endet so ein weiter Tag auf Ameland, was uns schon erschreckend nah an die Halbzeit des Lagers bringt.
Damit wünsche ich euch noch eine gute restliche Zeit ohne die Kinder.
Mit Ameländerischsten Grüßen
Clemi & der Rest des Lagerteams